Predigt zu Lukas 7,36-50.
Selbstgerechte Menschen erhalten Recht, aber reumütige Sünder finden Gnade.
Zum Nachdenken
- Was tust du, um Gott zu gefallen?
- Welche Sünden scheinen dir besonders schlimm zu sein und über welche Nachlässigkeiten siehst du bei anderen und dir selbst gerne hinweg?
- Wie kann es dazu kommen, dass du den ewigen Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und all deinen Kräften liebst?
Dinge, die schwer zu fassen sind, lassen sich leichter erklären, wenn man zwei gegensätzliche Dinge einander gegenüber stellt. Durch den direkten Vergleich zweier Dinge wird uns klar, was gut und gerecht ist. Darum reden wir oft von gut und von böse, oder von Gerechtigkeit und Unrecht. Genau das tut auch Lukas in diesem Abschnitt. Er stellt zwei Menschen einander gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: einen Pharisäer und eine Sünderin. Anhand dieser zwei Personen erklärt er, wie man mit dem heiligen Gott ins Reine kommen kann.
Der selbstgerechte Pharisäer
Die Pharisäer hatten schon mehrere Auseinandersetzungen mit Jesus. Sie gipfelten jeweils in der Frage, wie Jesus es wagen kann, zu sagen, er könne Sünden vergeben. Die Gelehrten in den biblischen Schriften wussten sehr genau, dass nur Gott Sünden vergeben kann. Trotz dieser Auseinandersetzungen wollte der Pharisäer, der hier Simon genannt wird, mehr von Jesus erfahren, ihm selbst begegnen und wissen, was es mit diesem sonderbaren Lehrer auf sich hat. Darum lud er Jesus zu sich nach Hause ein. Bei einem ungezwungenen Essen hoffte Simon, Jesus für seine Sicht der Dinge zu gewinnen. Innerlich stellt er sich von Anfang an über seinen Gast. Er will nicht belehrt werden, eine neue Sicht gewinnen, sondern Jesus beurteilen. Im Haus des frommen Pharisäers soll auskommen, ob Jesus sich wirklich an Gottes Wort hielt und ebenso fromm handelte, wie sich der Simon bemühte.
Genau in dieser Situation kam eine Frau ins Haus des Pharisäers. Sie war in der ganzen Stadt und wohl noch darüber hinaus als grosse Sünderin bekannt. Die Frommen jener Zeit gaben sich nicht mit solchen Person ab. Trotzdem kam sie ins Haus. Es war damals üblich, dass der Besuch einer öffentlichen Person – Jesus war durch seine öffentliches Wirken inzwischen zu einer solchen geworden – eine öffentliche Veranstaltung war, zu der man sich dazugesellen konnte. Man konnte zwar nicht mit an den Tisch und weder mitessen noch mitsprechen, aber am Rand des Raumes sitzen und zuhören. So kam die stadtbekannte Sünderin ins Haus des frommen Pharisäers. Der Einzige, der sie aus dem Haus hätte schicken können war Jesus, die öffentliche Person. Genau das erwartete Simon von seinem Gast. Aber es kam ganz anders. Statt die Sünderin von sich zu weisen, liess Jesus es zu, dass die Frau ihm sehr nahe kam, ihn gar berührte und die Füsse küsste. Weiterlesen →
Tags:Evangelium, Sünde, Vergebung