Definition des Liberalismus

Der amerikanische Theologe H. Richard Niebuhr (1894-1962) charakterisierte den amerikanische Liberalismus des 19. Jahrhunderts folgendermassen:

Ein Gott ohne Zorn leitete Menschen ohne Sünde in ein Reich ohne Gericht durch die Vermittlung eines Christus ohne Kreuz.

4. Bitte: das tägliche Brot

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Matthäus 6,11

Für jedes Problem gibt es einen Spezialisten. Eigentlich müssen wir nur herausfinden was genau unsere Not ist, um bald schon die entsprechende Hilfe zu erhalten. Bei gesundheitlichen Problemen konsultieren wir unseren Arzt, der untersucht uns, verschreibt uns eine Therapie und wenn nötig überweisst er uns eben an einen weiteren Spezialisten, der uns in jenem besonderen Bereich weiterhelfen kann. Wenn unser Auto streikt, bringen wir es, sofern das noch möglich ist, in die Werkstatt unseres Vertrauens. Auch dort spezialisiert man sich auf gewisse Marken. Im Zeitalter der Elektronik gibt es kaum mehr eine Garage die Reparaturen aller Marken anbieten kann. Mit finanziellen Fragen wendet man sich an den Treuhänder, rechtliche Angelegenheiten regelt man mit einem Anwalt und nun lest ihr eine Predigt eines Pfarrers, um geistliche Hilfe und Stärkung zu erhalten. Niemand käme auf die Idee, sein Auto zum Arzt oder zum Treuhänder zu bringen. Niemand würde seine Fragen zur Steuerklärung mit seiner Ernährungsberaterin oder seiner Coiffeuse besprechen. Sie alle haben ihr Fachgebiet und wir halten uns an das Sprichwort: «Schuster bleib bei deinen Leisten.»

Jesus heisst seine Nachfolger, um das tägliche Brot zu bitten. Das ist bodenständige Bitte, die einige Fragen aufwirft. Warum sollen wir den himmlischen Vater mit einer irdischen Banalität bemühen? Er ist doch der, der sich um das Heil der Seele kümmert. Warum sollte er sich um den Leib und seine Bedürfnisse bemühen? Passt diese Bitte in unsere Zeit? Wir leben in relativem Reichtum und Wohlstand und haben unsere Kühl- und Vorratsschränke meistens gefüllt. Wenn dem nicht so ist, dann nur deshalb, weil wir ganz genau wissen, dass wir jederzeit in ein Geschäft gehen können, um uns all das zu besorgen, was nötig ist. Scheinbar spricht Einiges gegen diese vierte Bitte aus dem Gebet, das Christus seinen Jüngern lehrte. Wir wollen heute genau hinhören und sorgfältig über diese Worte nachdenken und dabei entdecken, wie heilsam dieses Gebet für uns ist. Weiterlesen

Der blinde Glaube einiger Wissenschaftler

Wer nicht als Truthahn enden will, öffnet die Augen und denkt über seinen Glaube nach. Dazu John Lennox in seinem ausgezeichneten Buch «Hat die Wissenschaft Gott begraben?»

Denken wir an Newtons Gravitationsgesetz. Da wir schon so an seine Erklärungskraft für das Umlaufen der Planten um die Sonne auf ellipsenförmigen Bahnen gewöhnt sind und wir (oder eher die Experten) es benutzen, um alle möglichen astronomischen Ereignisse, Sonnenfinsternisse und Ähnliches vorauszuberechnen, realisieren wir oft nicht, dass selbst hier eine versteckte Glaubensannahme vorausgesetzt ist. Sie wird entlarvt als die Annahme, das alles, was sich heute ereignet, auch morgen wieder stattfinden wird. Hierbei handelt es sich um das bekannte philosophische Problem der Induktion, das von Bertrand Russel einprägsam in seiner Geschichte vom «induktivistischen Truthahn» illustriert wurde. Der Held der Geschichte ist ein Truthahn, der in den Tagen vor Weihnachten regelmässig gefüttert wurde und daraus folgerte, dass er auch weiterhin täglich gefüttert würde. Allerdings ereilte ihn am ersten Weihnachtstag ein schwerer Schicksalsschlag, durch den er wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde die Gefahren der Induktion erkannte.

Über Gott reden

Einige bemerkenswerte Gedanken von Dietrich Bonhoeffer über das Gespräch von Eva mit der Schlange (1. Mose 3,1-5).

Das erste Gespräch über Gott, das erste religiöse, theologische Gespräch. Nicht gemeinsame Anbetung, Anrufung Gottes, sondern Rede über Gott, über ihn hinweg. Sofern Eva sich auf dieses Gespräch eingelassen hat, kann nun die Schlange den eigentlichen Angriff wagen. Sie spricht über Gott und zwar aus der Haltung eines tiefen Wissens der Geheimnisse Gottes, d. h. sie redet fromm. Aber die Frömmigkeit demaskiert sich nun im offenen Angriff.

Neustart KirchenBlog

Bis anhin habe ich diese Artikel auf der eigenen Seite der Kirche veröffentlicht, was einige Nachteile hatte. Bei der Überarbeitung der Kirchenseite habe ich mich entschieden den Blog nun extern weiterzuführen.

An dieser Stelle werden also bald, Predigten, Zitate und allerlei Gedanken aus meinem Studierzimmer zu lesen sein. Herzlich willkommen allen Lesern.