Eine Sünderin begegnet dem Evangelium
31 JanPredigt zu Lukas 7,36-50.
Selbstgerechte Menschen erhalten Recht, aber reumütige Sünder finden Gnade.
Zum Nachdenken
- Was tust du, um Gott zu gefallen?
- Welche Sünden scheinen dir besonders schlimm zu sein und über welche Nachlässigkeiten siehst du bei anderen und dir selbst gerne hinweg?
- Wie kann es dazu kommen, dass du den ewigen Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und all deinen Kräften liebst?
Dinge, die schwer zu fassen sind, lassen sich leichter erklären, wenn man zwei gegensätzliche Dinge einander gegenüber stellt. Durch den direkten Vergleich zweier Dinge wird uns klar, was gut und gerecht ist. Darum reden wir oft von gut und von böse, oder von Gerechtigkeit und Unrecht. Genau das tut auch Lukas in diesem Abschnitt. Er stellt zwei Menschen einander gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: einen Pharisäer und eine Sünderin. Anhand dieser zwei Personen erklärt er, wie man mit dem heiligen Gott ins Reine kommen kann.
Der selbstgerechte Pharisäer
Die Pharisäer hatten schon mehrere Auseinandersetzungen mit Jesus. Sie gipfelten jeweils in der Frage, wie Jesus es wagen kann, zu sagen, er könne Sünden vergeben. Die Gelehrten in den biblischen Schriften wussten sehr genau, dass nur Gott Sünden vergeben kann. Trotz dieser Auseinandersetzungen wollte der Pharisäer, der hier Simon genannt wird, mehr von Jesus erfahren, ihm selbst begegnen und wissen, was es mit diesem sonderbaren Lehrer auf sich hat. Darum lud er Jesus zu sich nach Hause ein. Bei einem ungezwungenen Essen hoffte Simon, Jesus für seine Sicht der Dinge zu gewinnen. Innerlich stellt er sich von Anfang an über seinen Gast. Er will nicht belehrt werden, eine neue Sicht gewinnen, sondern Jesus beurteilen. Im Haus des frommen Pharisäers soll auskommen, ob Jesus sich wirklich an Gottes Wort hielt und ebenso fromm handelte, wie sich der Simon bemühte.
Genau in dieser Situation kam eine Frau ins Haus des Pharisäers. Sie war in der ganzen Stadt und wohl noch darüber hinaus als grosse Sünderin bekannt. Die Frommen jener Zeit gaben sich nicht mit solchen Person ab. Trotzdem kam sie ins Haus. Es war damals üblich, dass der Besuch einer öffentlichen Person – Jesus war durch seine öffentliches Wirken inzwischen zu einer solchen geworden – eine öffentliche Veranstaltung war, zu der man sich dazugesellen konnte. Man konnte zwar nicht mit an den Tisch und weder mitessen noch mitsprechen, aber am Rand des Raumes sitzen und zuhören. So kam die stadtbekannte Sünderin ins Haus des frommen Pharisäers. Der Einzige, der sie aus dem Haus hätte schicken können war Jesus, die öffentliche Person. Genau das erwartete Simon von seinem Gast. Aber es kam ganz anders. Statt die Sünderin von sich zu weisen, liess Jesus es zu, dass die Frau ihm sehr nahe kam, ihn gar berührte und die Füsse küsste. Weiterlesen →
Tags:Evangelium, Sünde, Vergebung
Hingabe
28 Jan
Gebet eines Puritaners.
Gott meines Zieles, es ist mein grösstes und edelstes Vergnügen, vertraut zu sein mit dir und meiner vernünftigen und unsterblichen Seele. Es ist süss und beglückend in mein Wesen zu sehen, wenn alle meine Kraft und Leidenschaften vereint damit beschäftigt sind, dir nachzufolgen; wenn meine Seele sich sehnt und danach lechzt vollkommen mit dir zu übereinstimmen und die volle Freude in dir zu finden. Keine Stunden bergen mit so viel Freude wie jene, die ich Gemeinschaft mit dir und meinem Herzen verbringe.
Oh, wie wünschens- und lohnenswert für das Leben eines Christen ist ein Geist heiliger Wachsamkeit und frommer Eifersucht über mich selbst, wenn meine Seele nichts anderes fürchtet, als dich zu betrügen und zu beleidigen – dich, der gepriesene Gott, mein Vater und Freund, den ich liebe und mehr erfreuen möchte, als selbst glücklich zu sein! Ich weiss, dass dies das Höchste ist, wonach ein frommes Gemüt streben kann, zusammen mit allen intelligenten Geschöpfen und heiligen Christen. Möge meine Freude sich davon ableiten, dich zu verherrlichen und zu erfreuen.
Ich sehne mich danach, meine ganze Zeit mit dir zu füllen, ob zu Hause oder unterwegs; alle meine Sorgen in deine Hände zu legen; vollständig dir zur Verfügung zu stehen und keinem eigenen Willen oder eigener Absicht zu folgen. Hilf mir für immer dich zu leben, dich zu meinem letzten und einzigen Ziel zu machen, damit ich nie mehr und unter gar keinen Umständen mein sündhaftes Selbst liebe.
Eine Witwe begegnet dem Evangelium
23 JanPredigt zu Lukas 7,11-17.
Das Evangelium ist die Botschaft davon, dass Christus den Tod überwunden hat und Menschen aus der Herrschaft des Todes ins Leben ruft.
Zum Nachdenken
- Wie denkst du über Leben und Tod?
- Wonach sehnst du dich? Warum werden deine Sehnsüchte nicht gestillt?
- Inwiefern hat Christus und das, was er sagt, etwas mit deinen Sehnsüchten zu tun?
Das Elend des Todes
Nachdem ein Knecht durch ein blosses Wort gesund geworden ist, zieht Jesus mit einer Menschenmenge weiter. Sie waren offensichtlich so begeistert von diesem Mann, dass sie noch mehr von ihm sehen und hören wollten. Gemeinsam mit ihm reisten sie in den Süden von Galiläa und kamen zu einer Stadt mit Namen Nain. Vor der Stadt begegneten sie einem Trauerzug. Die Trauer, der sie hier begegneten war besonders gross. Zu Grabe wurde der einzige Sohn einer Witwe getragen. Die Frau hatte alles verloren, was sie in diesem Leben hatte. Nach dem Tod ihres Mannes war ihr Sohn ihr einziger Trost und mittlerweile, wo er nicht mehr so klein war, auch ihre einzige Hilfe. Die trauernde Witwe wusste nicht, was aus ihr werden sollte, jetzt, wo sie niemanden mehr hatte, der für sie sorgen konnte. An dieser Witwe wird klar, dass der Tod nicht nur das Ende des Lebens bestimmt, sondern seine Spuren schon mitten in unserem Leben hinterlässt. Es scheint so, als hätte diese Frau mitten in ihrem Dasein, ihr Leben bereits verloren.
Üblicherweise denken wir nicht an den Tod, sondern geniessen das Leben. Der Tod ist etwas, was weit weg von uns in der Zukunft auf uns wartet. Wir wissen wohl, dass wir alle einmal sterben müssen und sagen, dass zum Leben gehört. Genau genommen, kann das allerdings nicht stimmen. Der Tod gehört so wenig zum Leben wie Schwarz zu Weiss, Dunkelheit zu Licht, oder Frost zur Hitze. Alle diese Dinge sind Gegensätze. Wenn wir sagen, dass Leben und Tod zusammengehören, dann denken wir wohl weder schwarz noch weiss, sondern grau. Wir haben weder eine genaue Vorstellung vom Leben, noch vom Tod und uns offenbar damit abgefunden, dass das Weiss nicht mehr so rein ist, das Licht trübe geworden und wir bloss noch ein lauwarmes Leben fristen. Die Autoren der Bibel beschreiben das Leben so hell, wie kein Mensch es geniessen kann und den Tod so grausam, wie wir ihn nicht zu denken wagen. Das Leben wird als ein Dasein ohne Furcht und Schrecken, ohne Angst und Schmerz, ohne Mühe und Schweiss gesehen. Es ist ein Zustand der Freude und der Fülle, ein Zustand, indem dem Menschen nichts fehlt und wo niemand jemals bedrückt ist. Es ist auch ein Zustand der Erkenntnis. Der Mensch weiss wer er ist und wer ihn gemacht hat. Darum bleibt keine Frage, woher Menschen kommen und was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Wer lebt, hat die Klarheit des Lebens und freut sich daran. Auf den ersten Seiten der Bibel erfahren wir, dass Gott den Menschen geschaffen hat und ihn im Paradies ein solches Leben geniessen liess. Nachdem der Mensch sich aber gegen Gott wandte, selbst so werden wollte wie sein Schöpfer, konnte er nicht am Ort der Fülle bleiben. Das heisst, dass er die Quelle des Lebens, die Quelle seiner Freude, die Quelle seiner Kraft und die Quelle der Klarheit verlassen musste. Auf sich selbst gestellt trat er in die Wüste des Todes, wo alles fehlt, was ihm Gott einst gab. An diesem Ort verliert er sein Leben, das sein Schöpfer ihm gegeben hatte und er geht langsam unter Mühe und Not zu Grunde. Das ist der Tod. Alles, was gegen das Leben, gegen die Freude und gegen den Frieden ist, kommt daher, dass der Mensch sich von Gott, der Quelle seines Lebens abgewandt hat. Darum leben wir hier auf Erden nicht in der Fülle und in ständiger Freude. Darum wissen wir nicht so genau, was wir mit unserem Dasein anfangen sollen. Darum ist jeder Streit, jeder Schweisstropfen, jede Unsicherheit, jede Grenze, die wir nicht überwinden können, ja, sogar jede Blume die welkt und vergeht, ein Zeichen dafür, dass bereits unser irdisches Dasein vom Tod geprägt ist.
Tief in uns schlummert allerdings eine Sehnsucht. Es ist die Sehnsucht nach Frieden, die Sehnsucht immer mit allem versorgt zu sein, die Sehnsucht das Schöne und Gute bewahren zu können und die Sehnsucht zu wissen, welchen Sinn unser Dasein hat. Gerade diese Sehnsucht ist ein Zeichen, dass uns etwas fehlt. Niemand kriegt in seinen eigenen vier Wänden Heimweh, sondern bloss, wenn in der Fremde ist, wo man sich nicht auskennt und nicht weiss, was mit einem geschehen wird. So sitzen wir auf dieser Erde, mitten im Leben und sind doch irgendwie in der Fremde, weit weg von dem, was uns glücklich macht und weit weg von einem Ort, wo unsere Seele zur Ruhe kommen kann. Weiterlesen →
Tiefer in mir, mehr von dir
21 Jan
Gebet eines Puritaners.
Herr Jesus gib mir eine tiefere Reue, eine Abscheu vor der Sünde und eine Furcht, mich ihr zu nähern. Hilf mir keusch vor der Sünde zu fliehen und mein Herz eifersüchtig von ihr zu lösen, damit es dir allein gehört.
Gib mir ein tieferes Vertrauen, dass ich mich selbst in dir verliere, der du der Grund für meine Ruhe und die Quelle meines Seins bist. Gib mir ein tieferes Wissen von dir als Retter, Meister, Herr und König. Gib mir mehr Kraft für mein persönliches Gebet, dass ich dein Wort als süsser erachte und festeren Halt in deiner Wahrheit finde. Gib mir grössere Heiligkeit für meine Rede, meine Gedanken, meinen Taten und lass mich keine moralische Rechtschaffenheit getrennt von dir suchen.
Pflüge tief in mir, du grosser Herr und himmlischer Landmann, dass mein Wesen ein bestelltes Feld sein möge, die Wurzeln der Gnade sich weit und breit ausstrecken können, bis du allein in mir gesehen wirst – deine Schönheit, die wie die goldene Sommerernte ist und deine Furchtbarkeit, die wie der Überfluss des Herbstes ist.
Ich habe keinen Meister ausser dir; kein Gesetz, ausser deinem Willen; keine Freude, als dich selbst; keinen Reichtum, ausser dem, was du mir gibst; nichts Gutes, ausser deinem Segen; keinen Frieden, ausser dem, den du mir bescherst. Ich bin nichts, ausser dem, was du an mir tust. Ich habe nichts, ausser dem, was ich von dir empfange. Ich kann nichts sein, ausser deine Gnade schmückt mich.
Grabe tief in mich, lieber Herr, und dann füll mich überfliessend mit lebendigem Wasser.
Ein Hauptmann begegnet dem Evangelium
16 JanPredigt zu Lukas 7,1-10.
Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.
Zum Nachdenken:
- Was hast du von Christus vernommen? Was wurde dir erzählt?
- Was hindert dich daran, zu glauben, wie der römische Hauptmann glaubte?
- Was ist das Ziel des Glaubens?
Wir leben in einer Zeit, in der den Augen gedient wird. Wir wollen den Augen der anderen gefallen, unseren Augen trauen und mit den Augen geniessen. Auch in dieser Zeit gilt noch, dass Glaube findet, wer auf Gottes Wort hört. Das entspricht uns aber nicht. Wir wollen den Dingen auf den Grund gehen. Darum machen heute Wissenschaftler die kleinsten Teilchen sichtbar, damit jeder selbst sich ein Bild machen kann. Weit entfernte Himmelskörper werden mit Teleskopen fotografiert. Es reicht uns nicht zu wissen, dass sie da sind. Der Blick zum Himmel genügt uns nicht. Wir möchten es gerne mit eignen Augen sehen, dass dieses Funkeln ein Himmelskörper ist.
Darum geben wir uns auch nicht zufrieden, dass von Gott nur die Rede sein soll. Wenn es ihn gibt, dann wollen wir ihn sehen. Wenn das nicht möglich ist, dann soll er uns doch in einer Vision oder einem Traum erscheinen, damit wir uns ein Bild von ihm machen können. Das tut er allerdings nur sehr selten. Gott zeigt sich uns nicht darum nicht, weil er uns einfach seinen Willen aufzwingen will, sondern weil er uns lehren will, was wahrer Glaube ist. Um zu diesem Glauben zu kommen, müssen wir demütig werden, unsere eigenen Ansprüche, Wünsche und Bedingungen zurückstellen und darauf achten, wie Gott erkannt werden kann.
Ein gutes Beispiel für diesen Weg zum Glauben ist der römische Hauptmann, dessen Knecht todkrank war. Er war demütig und hat darum den Glauben an den Herrn der Welt gefunden und erhielt von ihm, was er sich wünschte. Seine Demut zeichnete sich durch drei Dinge aus. Weiterlesen →
Eine Kranke begegnet dem Evangelium
8 JanPredigt zu Lukas 4,38-39.
Gesunder Gottesdienst beginnt mit Gottes Dienst.
Zum Nachdenken
- Wie kannst du Jesus Christus begegnen?
- Wer betet für dich?
- Was gibt dir Kraft und Freude das Gute zu tun?
Dieser Bericht aus dem Lukasevangelium ist faszinierend und verblüffend zugleich. Jesus heilte viele Kranke. Mitunter gab es Menschen, die schon viel länger litten als die Schwiegermutter des Simon Petrus. Trotzdem sticht die Geschichte dieser Heilung aus den anderen heraus. Mich fasziniert, dass hier gesagt wird, dass die todkranke Frau, als sie gesund wurde, sofort Jesus und ihren Gästen diente. Wir würden es verstehen, wenn sich die Frau erst einmal hätte ausruhen müssen. Wir würden es verstehen, wenn sie zuerst selbst etwas hätte essen müssen, um wieder zu Kräften zu kommen. Wir würden es auch verstehen, wenn sie aus dem Haus gesprungen wäre und laut vom grossen Wunder erzählte hätte, das an ihr geschehen war und ihren Gott gepriesen hätte. Das alles tat sie nicht. Statt auszuruhen, stand sie auf. Statt selbst etwas zu essen, brachte sie ihren Gästen das Essen. Statt raus zu gehen und sich zu freuen, freute sie sich daran, drinnen zu bleiben und Christus und ihren Gästen zu dienen.
Die Geschichte passt nicht so richtig zu uns und unserer Vorstellung, weil es uns nicht passt zu dienen. Bereits die Aussicht aufzustehen, bloss um anderen zu bewirten, kann uns schon krank machen. Heute streben die Menschen danach, sich von den aller Herrschaft zu befreien, statt ständig jemandem zu Verfügung zu stehen. Jemand, der behauptet, dass dienen eine Lebenserfüllung sei und Freiheit bedeute, ist entweder sehr naiv, oder schlimmer noch, versucht andere zum eigenen Vorteil auszunützen. Wer nur dient wird krank. Menschen, die sich im Dienst verlieren brennen aus und gehen schliesslich zu Grunde. Das ist heute die gängige Meinung.
Wenn wir an die Kirchen- und Missionsgeschichte denken, erfahren wir von vielen Männern und Frauen, die sich ganz in den Dienst Jesu stellten. Sie gaben alles auf, was sie hatten, und reisten in die entferntesten Winkel der Erde. Sie setzten alles daran, diesen Dienst voranzutreiben und schonten sich selber nicht. Kaum einmal erfährt man, dass diese Diener ausbrannten. Ganz im Gegenteil heisst es auch von ihnen, dass ihr Dienst ihnen eine Freude war. Sie brannten an beiden Enden für ihren Herrn und freuten sich am hellen Licht, das sie in die Welt bringen konnten, selbst wenn sie darum viel Mühe auf sich nehmen mussten.
Wie kann es nur sein, dass man so leben kann? Wie kann es sein, dass man sich freuen kann, Christus zu dienen, ohne an sich selbst zu denken? Die Antwort darauf liegt in den zwei Versen, in denen Lukas von der Heilung der Schwiegermutter von Simon Petrus berichtet. Der Bericht beginnt nämlich nicht mit dem Dienst der Frau. Damit dieser Dienst möglich wurde, brauchte es drei Voraussetzungen, nämlich eine Begegnung, Fürbitte und eine Heilung. Ohne diese Voraussetzungen wäre der Dienst der Frau unmöglich gewesen. Weiterlesen →
Tags:Dienst, Evangelium, Heilung, Krankheit
Weihe und Anbetung
7 Jan
Gebet eines Puritaners.
Mein Gott, ich fühle, dass es himmlisch ist, dich zu erfreuen und zu sein wie du mich haben möchtest. Oh, dass ich doch heilig wäre, wie du heilig bist, rein wie Christus ist, perfekt wie dein Geist ist! Diese, so empfinde ich es, sind die besten Gebote in deinem Buch. Wie könnte ich sie brechen? Muss ich sie brechen? Bin ich unter einem Zwang sie zu brechen, so lange ich hier lebe?
Wehe, wehe mir, dass ich ein Sünder bin, der dem gepriesenen Gott, der unendlich ist an Güte und Gnade, Kummer bereitet. Oh, er hätte allen Grund, mich für meine Sünden zu bestrafen, weil mein stolzes Herz ihn so tief beleidigt. Da ich unaufhörlich sündige, hört er nicht damit auf, seine Güte zu wiederholen.
Manchmal fühle ich, dass ich alle Leiden ertragen könnte, ausser diesen herrlichen Gott zu verunehren? Was soll ich tun, um das edelste Wesen zu verherrlichen und anzubeten? Oh, dass ich mich doch selbst ihm abgeben könnte, dass ich nie wieder versucht wäre, mir selbst zu gehören, oder irgendeinen Willen oder Neigung zu haben, die nicht perfekt seinem Willen und seiner Liebe entsprechen. Aber leider kann ich nicht leben ohne zu sündigen.
Oh, mögen die Engel ihn doch unaufhörlich preisen und wenn es möglich ist, sich vor dem gepriesenen König des Himmels niederwerfen! Ich sehne mich, selbst einen Teil am unaufhörlichen Lobpreis zu werden. Aber wenn ich alles für die Ewigkeit tue, was ich kann, wäre ich nicht fähig mehr als ein Bruchteil der Ehre zu bieten, die der herrliche Gott verdient. Gib mir ein Herz voll von göttlicher und himmlischer Liebe.